Zugangsbarrieren zu Prävention und Behandlung der Adipositas bei Vorschulkindern
Eine gemischt-methodische Studie der Versorgungsepidemiologie

Hintergrund: Das Vorschulalter ist für die Früherkennung von Risikofaktoren, Prävention und Behandlung von Übergewicht und Adipositas von hoher Bedeutung (z.B. aufgrund der Akzeleration der Problematik mit Schuleintritt). Dennoch besteht eine Wissenslücke zur Versorgungssituation in dieser Altersgruppe (vgl. AGA 2012). Zukünftige transsektorale Modellprojekte benötigen Daten zur Ausgangslage bzgl. Risikoprofile, Risikoverhalten und dem sich daraus ergebenden Früherkennungs- und Versorgungsbedarf, für die zielgerichtete Entwicklung und Implementierung von Angeboten für die Verbesserung der Situation von betroffenen Kindern.
Ziele: Diese Studie untersucht mittels eines gemischt-methodischen Ansatzes (quantitativ und qualitativ) die aktuelle Verteilung von Risikoprofilen, Risikoverhalten und Versorgungsbedarf bei Vorschulkindern mit Übergewicht (ÜG) und Adipositas (Ad) nach Identifizierung im Rahmen der Einschulungsuntersuchung (ESU) durch das Gesundheitsamt der Stadt Stuttgart. Zielparameter sind z.B. die Elternpräferenz für Information, Beratung und Versorgungserbringer, sowie das tatsächliche Inanspruchnahmeverhalten bzgl. Informations-/ Beratungs-/ Begleitungs- und Interventions-Angeboten sowie dessen Prädiktoren. Dabei werden Determinanten des Inanspruchnahmeverhaltens insbesondere in Risikogruppen für kindliche Adipositas sowie die Rollenpotentiale von möglichen Leistungserbringern (qualitative Studienteile) untersucht und (Gruppen-) spezifische Barrieren zu Prävention und Intervention identifiziert.
Methodik: Teilprojekt A (quantitativ): Quer- und längsschnittliche Kohortenstudie im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Einschulungsuntersuchung im Gesundheitsamt Stuttgart mittels Elternfragebögen.Teilprojekt B (qualitativ): Durchführung von semi-strukturierten Einzelinterviews mit Eltern aus Risikogruppen für kindliche Adipositas sowie Durchführung von moderierten, Leitfaden-gestützten Fokusgruppen mit potentiellen Leistungserbringern der Adipositasprävention. Auswertung: Deskriptive und explorative Analysen, Korrelationsanalysen und multivariate Prädiktorenanalysen bzgl. Verteilung von Risikoprofilen, gruppendifferenziellen Mustern des Inanspruchnahmeverhaltens bzgl. der Adipositasprävention und Behandlung. Teilprojekt B (qualitativ): Qualitative Inhaltsanalyse von Interviewtranskripten nach Mayring. Die Ergebnisse sollen die Entwicklung von Präventions- und Interventionskonzepten informieren.

Projektleitung

Dr. med. Florian Philipp Junne, M.Sc.

Kooperationspartner

PD Dr. med. Stefan Ehehalt
Leiter der Abteilung Kinder-, Jugend- und Zahngesundheit, Gesundheitsförderung, Soziale Dienste
Gesundheitsamt Stuttgart

Projektmitarbeiter

cand med. Robert Enzensberger
cand med. Stefanie Decker