Therapiespektrum

Biofeedback

Mit Hilfe von Biofeedback können Zusammenhänge zwischen körperlichen (z.B. Blutdruck, Puls, Muskelanspannung) und psychischen Vorgängen (z.B. Schmerz, Angst, Stress, Stimmungsveränderung) unmittelbar am Bildschirm eines Computers sichtbar gemacht werden. Durch ein gezieltes vom Biofeedbacktherapeuten geleitetes Training kann gelernt werden, körperliche Prozesse (z.B. die Muskelanspannung, Herzfrequenz, Schwitzen) günstig zu beeinflussen. Diese neu erlernte Fertigkeit, Einfluss auf vegetative Körpervorgänge zu nehmen, kann im Alltag Anwendung finden und dazu verhelfen, in belastenden Situationen weniger in Anspannung zu geraten.


Bezugspflege

Das Psychosomatische Pflegeteam besteht aus examinierten Pflegemitarbeitern mit zum Teil therapeutischen Zusatzqualifikationen. Das Pflegeteam ist rund um die Uhr anwesend, und Ansprechpartner für ihre Anliegen und Probleme im Stationsalltag, sowie in Krisensituationen. Als Teil des Behandlungsteams begleiten wir die Patienten in einer vertrauensvollen und respektvollen Atmosphäre während ihres Therapieaufenthaltes. Wir arbeiten im Bezugspflegesystem, d.h. den Patienten wird für die Dauer ihres Aufenthaltes eine Bezugspflegekraft klar zugeordnet.
Wir sind zuständig für die Behandlungspflege und leiten verschiedene Entspannungsverfahren, die Gartentherapie- u. die Essgruppe.


Einzelgesprächstherapie

Der für die Einzeltherapie verantwortliche Arzt oder Psychologe (Bezugstherapeut) ist die zentrale Person in der Behandlung. Er ist fester Ansprechpartner für den Patienten während des gesamten Therapieprozesses und koordiniert den individuellen Behandlungsplan. Die Patienten haben mehrmals wöchentlich Einzelgespräche mit ihrem Bezugstherapeuten. Dabei geht es um eine Auseinandersetzung mit den der Erkrankung zugrundeliegenden Schwierigkeiten, und darauf aufbauend die Erarbeitung von Veränderungsmöglichkeiten. Hierzu werden auch die Erfahrungen, die in den einzelnen Gruppenangeboten gemacht, genutzt. Gemeinsam mit dem Bezugstherapeuten ist es immer wieder wichtig, den Stand der Behandlung zu reflektieren und ggf. Veränderungen vorzunehmen.


Entspannungsverfahren

Viele Patienten stehen unter einer ständigen psychomotorischen Anspannung, die die Entstehung von psychosomatischen Beschwerden fördert. Die Wechselwirkung von psychischer Belastung und körperlicher Anspannung wird dabei deutlich. Daher ist es für Patienten besonders wichtig zu lernen, den Körper zu entspannen und insgesamt im Alltag durch gezielte Übungen wieder zu mehr Ruhe und Ausgeglichenheit zu gelangen. Hierfür werden spezifische Entspannungsverfahren (z.B. Progressive Muskelentspannung, Achtsamkeitsübungen oder Imaginative Verfahren) angeboten.


Angehörigengespräch

Durch eine psychosomatische Erkrankung sind meist auch der Lebenspartner bzw. die Familie des Patienten erheblich betroffen. Die Einbeziehung der Angehörigen ist deshalb für alle Beteiligten ein wichtiger Schritt auf dem Weg aus der Erkrankung. Deshalb laden wir häufig den Partner bzw. die Familie oder Angehörigen des Patienten zu Gesprächen ein. So können wir die Sorgen und Bedürfnisse aller Betroffenen besser kennenlernen und in der therapeutischen Arbeit berücksichtigen. Dadurch können mit allen Beteiligten effektive Lösungsschritte erarbeitet werden, die zum Heilungsprozess beitragen.


Ernährungstherapie

Unter der fachlichen Leitung von Ernährungs-beraterinnen wird ein regelmäßiges, gesundes und ausgewogenes Essverhalten erlernt und eingeübt. Wir beraten Sie bei verschiedenen Krankheitsbildern (z.B. Diabetes, Essstörungen, chronisch entzündliche Darmerkrankungen). Auch steht eine Lehrküche zur Verfügung, in der Sie unter Anleitung unterstützt werden, gesunde und ausgewogene Mahlzeiten zuzubereiten.


Gruppengespräche

Vielleicht fragen Sie sich ja, was Gruppentherapie überhaupt ist und wie Sie davon profitieren könnten. In der Gruppe haben Sie die Möglichkeit, mit anderen Patienten über wichtige persönliche Themen zu sprechen. Sie werden hören, welche Erfahrungen andere mit den Situationen gemacht haben, die für Sie schwierig oder belastend sind. Vielleicht merken Sie auch, dass Sie mit Ihren Problemen nicht alleine sind. Sie können mit anderen Betroffenen gemeinsam Lösungsmöglichkeiten für persönliche Schwierigkeiten erarbeiten und Rückmeldung über Ihre Fähigkeiten und Ressourcen erhalten, wenn Sie das möchten. So können Sie an Selbstsicherheit gewinnen. Die Gruppentherapie kann Ihnen auch dabei helfen, Ihre Beschwerden besser zu verstehen und einen anderen Umgang mit Ihrer Erkrankung zu lernen.


Körpertherapie

In der körperorientierten Psychotherapie steht die Verbindung zwischen Körper und seelischen Vorgängen im Mittelpunkt. Hier wird die Fähigkeit gefördert, sich wahrzunehmen, zu bewegen, zu fühlen und körperliche Empfindungen und Beschwerden mit dem psychischen Erleben in Verbindung zu bringen. So können Bewältigungs- und Lösungsstrategien in Bezug zu sich selbst und den Mitmenschen bewusst werden und neue Erlebens- und Handlungsmöglichkeiten für sich und in der Gruppe entwickelt werden.
Durch ein verändertes Körperbewusstsein werden Ressourcen neu erfahrbar gemacht. Dadurch wird es möglich, den Körper wieder lustvoll und positiv zu erleben.


Kunsttherapie

Manchen Patienten fällt es leichter, etwas auf Papier zu bringen, anstatt mit Worten zu beschreiben, was sie beschäftigt. In der Kunsttherapie werden Sie motiviert, Ihre Gefühle und Stimmungen, aber auch Konflikte und Spannungen in einem Bild oder einer Skulptur auszudrücken. In einer anschließenden Besprechung mit der Kunsttherapeutin werden die dabei entstandenen Erfahrungen reflektiert und weiter bearbeitet. Das Arbeiten in der Kunsttherapie fördert die Selbstwahrnehmung und stärkt Selbstwerterleben und Selbstvertrauen. Künstlerische Fähigkeiten sind in der Kunsttherapie nicht notwendig!







Musiktherapie

In der Musiktherapie lädt ein Spielraum zum freien Musizieren ein.
Erfahrungen mit einem Musikinstrument oder Notenkenntnisse sind nicht erforderlich.
Musiktherapie verwendet die Musik als Ausdrucksmittel, um psychische und soziale Konflikte spür-, hör- und erlebbar zu machen.
Die persönlichen Empfindungen werden im therapeutischen Gespräch aufgearbeitet und können in weiteren musiktherapeutischen Interventionen verändert werden.






Medizinische Diagnostik

Oft sind im Vorfeld umfangreiche körperliche Untersuchungen durchgeführt worden, ehe sich Patienten bei uns vorstellen. Wir sichten und bewerten diese Befunde genau. Sollten wir zum Schluss kommen, dass noch Untersuchungen fehlen, stehen vor Ort alle diagnostischen Möglichkeiten des Universitätsklinikums zur Verfügung. Neben einer ausführlichen somatischen Anamnese und Untersuchung kommen hierbei, falls notwendig, weiterführende Untersuchungen zum Einsatz. Bei Indikation halten wir mit den Kollegen der anderen Fachdisziplinen Rücksprache oder veranlassen Untersuchungen durch die Organspezialisten des Universitätsklinikums.


Physiotherapie

Das Hauptaufgabenfeld unserer Physiotherapie und Krankengymnastik besteht in der gezielten Schulung gesundheitsfördernder Verhaltensweisen. Es werden je nach Indikation gezielte Maßnahmen und Anwendungen zur Linderung unterschiedlichster Beschwerden zum Einsatz kommen (z.B. Massagen, krankengymnastische Einzel- und Gruppenbehandlungen). Zur körperlichen Aktivierung und zur Förderung von Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination werden verschiedene sport- und bewegungstherapeutische Maßnahmen wie Walking, Frühsport und Wassergymnastik sowie ein spezielles Sportprogramm für übergewichtige Patienten angeboten.


Soziales Kompetenztraining

Das Soziale Kompetenztraining ist ein sehr verhaltensnahes, angeleitetes Training, in dem Rollenspielübungen im Vordergrund stehen. Sie haben die Möglichkeit, Situationen, die sie selbst als schwierig erlebt haben oder unangenehme Situationen, die unmittelbar bevorstehen, mit anderen Patienten nachzuspielen.
Es geht dabei nicht um richtig oder falsch, sondern darum, sozial kompetentes Verhalten aufzubauen und sicherer zu werden. Hilfreich sind hierfür die Rückmeldungen der anderen Patienten aus der Gruppe und das Ausprobieren neuer Verhaltensweisen. Dabei werden die Rollen immer wieder getauscht, so dass Sie sich auch in die andere Rolle hineinversetzen können. Häufige Themen sind: Bedürfnisse äußern, sich abzugrenzen, Nein sagen.


Sozialtherapie

Psychosomatische Erkrankungen bringen häufig berufliche und soziale Folgeprobleme mit sich. In der Sozialtherapie können Fragen zur beruflichen Wiedereingliederung oder zu einem beruflichen Neustart geklärt werden. Hierzu gehört auch die Auseinandersetzung mit möglicherweise anstehenden Veränderungen im familiären Umfeld, bei der Kindererziehung oder bei der Haushaltsführung. Außerdem erhalten Patienten Hilfestellungen und Impulse, die zur Lösung sozialer und finanzieller Fragen beitragen. Die Sozialtherapie bietet sowohl bei der Suche nach einer spezifischen Weiterbetreuung nach dem stationären Aufenthalt als auch bei der Erarbeitung realistischer Zukunftsperspektiven Unterstützung. In unserer sozialtherapeutischen Gruppe haben Patienten die Möglichkeit, ihr Verhalten in Form von Rollenspielen kennenzulernen, Verhaltensdefizite wahrzunehmen und durch Übungen ein selbstsicheres, sozial kompetentes Verhalten aufzubauen.