Schauspieler-Patienten

Schauspieler-Patienten (SP) sind in besonderer Weise ausgebildete Laienschauspieler. Ihre Aufgabe ist, Medizinstudierende im Unterricht und in Prüfungen mit verschiedenen Symptomen, Problemen und Charakteren konfrontieren. Das können Bauchschmerzen sein, die Folgen eines Sportunfalls oder auch seelische Probleme und Krisensituationen.
Diese Rollen erlernen sie – ähnlich wie ein Theaterstück – in intensiven Proben mit Ärzten und Schauspieltrainern.
An der Tübinger Medizinischen Fakultät werden seit August 2004 solche Schauspieler-Patienten in den klinisch-praktischen Prüfungen Medizinstudierender eingesetzt. Im Rahmen eines sog. "Objektive Structured Clinical Examination" (OSCE) sind bis zu 30 Frauen und Männer aller Berufs- und Altersgruppen daran beteiligt, über 140 Prüflingen pro Semester eine realitätsnahe und praxisorientierte Prüfung zu ermöglichen.
Diese für Deutschland innovative Art der "Patienten-Präsentation" wird an Universitäten v.a. des angloamerikanischen Sprachraums seit über dreißig Jahren erfolgreich eingesetzt. Viele Studien belegen, dass Studenten durch den Einsatz von standardisierten Patienten auf Gespräche und den Umgang gerade auch mit schwierigen Patienten sehr gut vorbereitet werden können, zudem sind standardisierte Patienten sehr gut geeignet, kommunikative Fähigkeiten zu überprüfen.
Aus diesem Grund fördert die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen seit Juni 2004 ein Projekt der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, in dem Schauspieler-Patienten ausgewählt, individuell ausgebildet und deren Einsätze koordiniert werden (Tübinger PROFIL Nr. F.7292007).

Ansprechpartner
Dipl.-Psych. Rebecca Erschens, rebecca.erschens(at)med.uni-tuebingen.de
Tobias Oellig, Simulationspatienten-Training & Koordination,
tobias.oellig(at)med.uni-tuebingen.de


OSCE

Die neue Ausbildungsordnung für Ärzte (ÄAppO) legt neben Betonung des klinischen Unterrichtes auch Wert auf klinisch-praktische Prüfungen während des Studiums. Aus diesem Grund führte die Medizinische Fakultät Tübingen im August 2004 erstmals eine praktische Prüfung in Form eines sog. "Objective Structured Clinical Examination" (OSCE) durch. Die zentrale Organisation hierfür lieferte die Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.
Ein OSCE besteht aus mehreren Prüfungsstationen, die jeder einzelne Student ähnlich einem Zirkeltraining nacheinander absolviert. An den einzelnen Stationen wird je eine klinisch-praktische Aufgabe mit Zeitvorgabe gestellt. Die Prüfungsleistung jedes Prüflings wird mittels einer Checkliste erfasst, in welcher der Erwartungshorizont festgelegt ist.
Für die Tübinger Medizinstudierenden des 2. Klinischen Semesters, die in ihrer Semesterabschlussprüfung zum ersten Mal eine solche praktische Prüfung ablegten, gehörte dazu: Einfühlsam auf den jeweiligen "Schauspieler-Patienten" einzugehen, in einem strukturierten Gespräch die wichtigen Informationen zu erfragen und anschließend dem beobachtenden Prüfer ausgewählte Aspekte der körperlichen Untersuchung zu demonstrieren.

Dass gerade eine OSCE-Prüfung auch interessant und lehrreich sein kann, zeigen viele Kommentare der Evaluation:

  • "Es ist sicherlich sinnvoll, da praktisch Fähigkeiten ansonsten ja fast nicht überprüft wurden."
  • "Ich habe während der Prüfung viel gelernt."
  • "Ich finde das Konzept gut. Wir hätten mehr Information im Vorfeld kriegen sollen, aber der Aufbau von den Stationen und die Einstellung der Ärzte waren sehr gut."
  • "Endlich mal etwas, das Sinn macht! Großes Kompliment an reibungslosen Durchlauf und entspannte, angenehme Atmosphäre."

Ansprechpartner
Prof. Dr. S. Zipfel, Vorsitzender der Arbeitsgruppe OSCE
Telefon: 07071 29-86719
E-Mail: stephan.zipfel(at)med.uni-tuebingen.de


Verbesserung der Integration von Medizinstudenten und PJ-Studenten in den Klinikalltag

Seit Änderung der Approbationsordnung und die Abschaffung des Arzt im Praktikum stehen junge Ärztinnen und Ärzten als Berufsanfänger vor der enormen Herausforderung, in voller Verantwortlichkeit tätig zu sein. Dies bedeutet zeitgleich, dass eine Berufsfähigkeit zum Abschluss des Studiums in vollem Umfang gewährleistet sein muss. Das vorliegende mehrstufige Forschungsprogramm hat zum Ziel, eine frühere und bessere Integration von Medizinstudenten auf Station sowie eine Stärkung des eigenverantwortlichen Arbeitens von PJ-Studenten in der Patientenversorgung zu gewährleisten. Das vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg geförderte Projekt wird von den Medizinischen Universitätskliniken Heidelberg und Tübingen in enger Kooperation durchgeführt.

Ansprechpartner
Prof. Dr. S. Zipfel Telefon: 07071 29-86719
E-Mail: stephan.zipfel(at)med.uni-tuebingen.de


Verbesserung der kommunikativen und interaktionellen Fertigkeiten
„iTüpFerl“ – in Tübingen psychosoziale Fertigkeiten erlernen

Zukünftige Ärztinnen und Ärzte stehen im Berufsalltag vor immer größeren Herausforderungen: Neben Wissen auf neuestem Stand und einer Vielzahl an praktischen Fertigkeiten sind auch die sogenannten „soft skills“ von herausragender Bedeutung. In Tübingen wird seit dem Wintersemester 2009/2010 deshalb ein sich über das gesamte Studium hinziehender Kurs etabliert, der eben jene Fertigkeiten in Rollenspielen, Simulationspatientinnen- und -patientenkontakten und der supervidierten Arbeit mit realen Patientinnen und Patienten vermittelt und schult. Das Projekt wird von der Medizinischen Fakultät Tübingen im Rahmen der Innovativen Lehrprojekte gefördert.

Ansprechpartnerin
Dr. med. Anne Werner
Telefon 07071 29-86719
E-Mail: anne.werner(at)med.uni-tuebingen.de